Wenn der Hunger größer ist …
14. April 2010
… als der Zeitpuffer, den man morgens zur Verfügung hat, dann kann es passieren, daß man für das Zubereiten der Pausenbrote etwas zu lange braucht. Dann hilft es auch nicht, wenn man den Weg zum Bahnhof laufend zurücklegt; dann kann es einem passieren, daß einem der Zug vor der Nase wegfährt. Das ist nicht nur deswegen ärgerlich, weil man dann eine halbe Stunde auf dem Bahnhof herumsteht, sondern auch, weil es dann sehr knapp wird, noch rechtzeitig in der Schule einzutreffen.
So etwas blödes ist mir also passiert. Ich empfand es als doppelt ärgerlich, weil ich die 1. Stunde in meiner Chaos-8 unterrichten sollte; und da ist ein Zuspätkommen erst recht kontraproduktiv. Ich verbrachte also eine ungeduldige halbe Stunde, und die Zugfahrt selbst war auch nicht entspannend.
Dummerweise kam die Straßenbahn dann auch noch etwas später, so daß es erst recht knapp wurde. Dann grüßte mich auch noch eine Kollegin, die aus dem anderen Straßenbahnwagen ausgestiegen war. Ich überlegte: Ganz unhöflich schnell zur Schule hasten und mich nicht um sie kümmern? Ich habe wenig mit ihr zu tun; aber als sie anmerkte, daß die Straßenbahn ja Verspätung hatte, und sie es nun nicht mehr pünktlich in die Schule schaffen würde, paßte ich mich doch ihrem langsameren Tempo an.
Genau drei Minuten nach acht kam ich vor dem Bioraum an, und sah gerade noch, wie die Bio-Kollegin mit ein paar verspäteten Schülern im Nachbarraum verschwand. Ich hatte einen laut lärmenden und pöbelnden Haufen Achtkläßler erwartet; stattdessen empfingen mich Ruhe und Stille auf dem gähnend leeren Flur. Im Bioraum selbst herrschte auch Leere. Wo war meine 8. Klasse? Hatte sich die Bande aus dem Staub gemacht, als ich nicht pünktlich war?
Ich ging erstmal zum Vertretungsplan und studierte ihn. Ha! Die 8. Klasse war auf Exkursion, und ich sollte stattdessen in einer 7. Klasse Vertretungsunterricht machen. Ja super. Ich kenne die doch gar nicht. Warum stand das nicht gestern schon auf dem Plan? Ich ging zum entsprechenden Fach und suchte nach Aufgaben für den Vertretungsunterricht. Nichts zu finden. Tolle Nummer!
Als ich zehn nach acht in der 7. Klasse ankam, stand dort ein Lehrer und unterrichtete. „Willst Du übernehmen?“ fragte er mich. „Ich kann aber auch weitermachen; ist sowieso meine Stunde.“ Ich war etwas verwirrt. „Ich kenne diese Klasse gar nicht und weiß jetzt auch nicht, was ich mit denen machen sollte. Wenn Du also sowieso hier unterrichtest …“ „Das geht schon in Ordnung so,“ grinste er mich an. Irgendwie bekam ich das Gefühl, daß er sich über mich lustig machte.
Einigermaßen durcheinander ging ich zum Herrn Vertretungsplanlehrer. Der erklärte mir, daß der Kollege bis gestern noch krank gemeldet gewesen und heute unerwarteterweise doch erschienen sei.
Da ich die 2. Stunde sowieso frei hatte, saß ich dann bis nach der großen Pause im Lehrerzimmer herum. Und dafür so ein Streß frühmorgens. Aber besser so als andersrum.
Ist jetzt hier schluß?
Schade, dass noch nicht mal darauf geantwortet wird.
Was ist los, hat der Schulbiologe aufgegeben oder ist unter dem Stress zusammen gebrochen?
Hoffe nicht!
[...] habe ich hier nichts mehr geschrieben, und dafür bitte ich die Leser um Entschuldigung. In den Kommentaren zum letzten Beitrag hatte es ja schon Nachfragen [...]