Wird es warm?
15. März 2010
Anfang November prophezeite ich einen baldigen Kälteeinbruch: Ich hatte die Kraniche gehört. Kalt wurde es in den folgenden Wochen jedoch nicht.
Am Wochenende habe ich nun Kraniche auf dem Rückweg gehört und gesehen. Vielleicht wird es jetzt ja wieder wärmer. Eigentlich mag ich den Winter; und ich habe mich dieses Jahr sehr über den Schnee gefreut. Aber jetzt ist’s auch gut.
Evolution des Maulwurfs
20. Februar 2010
Als Hausaufgabe sollten die Fünftklässler einen Aufsatz über die Anpassungen des Maulwurfs an das Leben unter der Erde schreiben. Das haben die Kinder überwiegend zufriedenstellend gelöst: zu „Schaufeln“ umgewandelte Vorderbeine; kurzes, dichtes Fell ohne Strich; kleine, versteckte Augen; muschellose Ohren; guter Geruchs- und Tastsinn. Keiner hatte alles aufgezählt, mancher Aufsatz war etwas arg kurz und stichpunktartig, aber ich war zufrieden.

Foto: Michael Dufek; gefunden bei Wikipedia.
Lizenziert unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2
Einer der Aufsätze bereitete mir jedoch etwas Kopfzerbrechen; ich wußte nicht so recht, wie ich diesen mit viel Engagement geschriebenen Text behandeln sollte. Ich zitiere und kommentiere ihn hier ‘mal:
Der Maulwurf und wie er sich anpasste:
Als sich ein paar Säugetiere vor vielen Millionen Jahren zum Maulwurf entwickelt haben, mussten sie ein paar Dinge beachten:
1. Er brauchte einen passenden Lebensraum. Wo er nicht sehr viele Feinde hat. So kam es das der Maulwurf sich für Gänge unter der Erde entschied.
Das ist einerseits ein sehr genialer Gedankengang: Das unterirdische Leben als Anpassung an oberirdischen Feinddruck. Das hatten wir nicht besprochen, und ich finde das für Fünftklässler eine beeindruckende Leistung. Andererseits funktioniert Evolution eben nicht so, daß die Lebewesen Entscheidungen treffen und sich dann entsprechend entwickeln. In diesem Punkt ist dann in meinen Augen wohl auch das Vorstellungsvermögen der Kinder leicht überfordert.
2. Der Körperbau musste stimmen, dar der Maulwurf bis heute ja unter der Erde lebt. Sprich er brauchte Grabeschaufeln und ein passendes Fell. Sonst wurde er unter der Erde nicht gut zurecht kommen.
Das entspricht weitgehend der Leistung, die die anderen Schüler erbracht haben. In diesem Fall sogar eher ein bißchen mager. Aber das ist ja auch nur ein kleiner Teil des ganzen Aufsatzes; bei den Klassenkameraden hatte teilweise der ganze Aufsatz solch einen (zu kurzen) Umfang.
3. Er brauchte Erfahrung. So dauerte es viele Jahre bis er zum Beispiel wuste wie man am besten Regenwürmer und andere Tiere länger haltbar machen konnte. Sonst würde der Maulwurf nicht lange überleben. Er würde zum Beispiel in seinen Gängen, stäcken bleiben, weil er sich einen Winterspeck anfressen müsste.
Wie das Kind darauf kam, daß der Maulwurf viele Jahre brauchte, bis daß er etwas wußte, ist mir schleierhaft. Mich würde interessieren, ob jetzt ein einzelnes Tier gemeint war, oder die Art an sich. Vermutlich ist den Schülern dieses Alters dieser Unterschied auch überhaupt noch nicht bewußt. Die Überlegung, daß sich durch das Anlegen von Nahrungsvorräten das Anfressen von Winterspeck erübrigt, finde ich ‘mal wieder genial. Zwar hatten wir kurz besprochen, warum wohl der Maulwurf keinen Winterschlaf halten muß, so etwas hatten wir aber nicht angerissen.
Mit der Haltbarmachung ist übrigens der Umstand gemeint, daß Maulwürfe durch gezielte Bisse ins Nervensystem von Regenwürmern diese bewegungsunfähig machen und somit einige Zeit aufbewahren können. Das hat die Schüler sehr beeindruckt.
Aus biologischer Sicht stecken hier einige böse Fallen drin (zielgerichtete Evolution), und ich sah mich mit dem Umstand konfrontiert, daß ich einige Sachverhalte einfach noch auslassen oder gar unkorrigiert falsch stehen lassen muß. Einiges ist einfach zu hoch für Zehn- und Elfjährige. Ich habe bei der Rückgabe die Sache mit der bewußten Entscheidung noch einmal besprochen, aber ansonsten den Aufsatz gelobt. Denn er ist ohne Zweifel bemerkenswert gut, und ich denke, daß er von jemandem verfaßt wurde, der großes Potential hat.
Systematik der Ökosphäre (V)
11. Februar 2010
Aus einem Schüleraufsatz (5. Klasse):
Der Wal und der Delphin [sic] haben ein sehr großes Luftvolumen. Sie können lange Zeit unter Wasser bleiben ohne Luft zu holen. Sind aber trotz das sie ein Fisch sind Säugetiere, denn sie haben keine Kimmen.
Ich finde den letzten Satz ja sehr interessant. Ich provoziere im Privatleben ja gerne damit, daß Wale ja durchaus Fische seien; es komme nur auf die Definition von „Fisch“ an.
Die betreffende Schülerin hat das übrigens einfach so geschrieben, ohne daß Wale (und ihre systematische Einordnung) im Unterricht besprochen worden wären.
Literatur im Bio-Unterricht
9. Februar 2010
In der 9. Klasse steht Menschenkunde auf dem Lehrplan, und ich habe mich mit dem Blut lange aufgehalten; u. a. auch deswegen, weil ich Infektionen und Immunsystem in diesem Zusammenhang behandelt habe (war ja auch gerade aktuell: Schweinegrippe usw.). Zwecks interessanten und abwechslungsreichen Unterrichts hatte ich ein Experimentier-Set bestellen lassen. Noch vor Weihnachten bestellt, war es zwei Wochen nach den Ferien immer noch nicht da. Zunächst einmal konnte ich eine Stunde mit einem Film füllen; eine BBC-Dokumentation über Infektionskrankheiten; das paßte zum gerade abgeschlossenen Thema Immunsystem und Infektionen. Als in der nächsten Woche mein Experiment immer noch nicht da war, wurde es eng. Bei diesem Test-Set mit künstlichem Blut können die Schüler das Verklumpen beim Mischen der unterschiedlichen Blutgruppen nachvollziehen und selbst Überlegungen zur Blutgruppenzugehörigkeit durchführen. Ohne diesen Versuch wollte ich mit dem Thema Blutgruppen ungern beginnen.
Mir fiel trotzdem etwas abwechslungsreiches und auflockerndes, dennoch zum Thema passendes ein. Ich kopierte einige Seiten aus „Dracula“ von Bram Stoker (1897), die wir dann im Unterricht gemeinsam gelesen haben. Da gibt es eine sehr schöne Passage, in der Prof. van Helsing der durch Blutverlust geschwächten Patientin das Blut ihres Verlobten überträgt. Literarisch sehr schön beschrieben; dazwischen das Rätselraten um den Grund des starken Blutverlustes (der Leser ahnt ihn bereits). Interessant auch das medizinische Beiwerk dieses Abschnittes; einerseits der Wissensstand der damaligen Zeit (in der die Blutgruppen noch unbekannt waren!), andererseits das medizinische Halbwissen des Autors, der sicherlich nicht immer den damaligen Wissensstand korrekt widergibt.
Als Vorbereitung auf das Thema Blutgruppen und Transfusionen war der Text gut geeignet und bot ‘mal etwas anderes.
Dann ging Van Helsing schnell und sicher an die Arbeit. Bereits während der Transfusion schien eine Spur von Leben in Lucys Wangen zurückzukehren, und durch die zunehmende Blässe von Arthur hindurch schimmerte seine Freude über den Erfolg. Nach einer Weile wurde ich unruhig, denn trotz Arthurs kräftiger Natur hinterließ der Blutverlust bei ihm seine Spuren. Das gab mir eine Vorstellung davon, was Lucys Körper gelitten haben mußte, denn obwohl Arthur bereits geschwächt war, konnte sie sich nur teilweise erholen. Aber der Professor verzog keine Miene. Mit der Uhr in der Hand blickte er abwechselnd auf die Patientin und dann auf Arthur. Ich konnte mein eigenes Herz schlagen hören. Schließlich sagte er mit sanfter Stimme: »Bleiben Sie einen Augenblick ganz regungslos. Es ist genug. Kümmern Sie sich um ihn, ich um das Mädchen.« Nachdem nun alles vorbei war, konnte ich sehen, wie erschöpft Arthur war. Ich verband seine Wunde und wollte ihn aus dem Zimmer führen, als Van Helsing — der Mann scheint selbst im Hinterkopf noch Augen zu haben — ohne sich umzudrehen sagte:
»Der tapfere Bräutigam verdient, glaube ich, noch einen Kuß.« Da er seine Tätigkeit beendet hatte, richtete er noch das Kissen unter Lucys Kopf zurecht. Dabei verschob sich das schmale Samtband, das sie immer um den Hals trug und das von einer antiken Diamantenspange zusammengehalten wurde, einem Geschenk ihres Bräutigams. Auf ihrem Hals aber zeigte sich jetzt eine rote Stelle.
Aus dem Englischen von Karl Bruno Leder, insel taschenbuch 1086 (1988)
Wo ich gerade dabei bin: Auch wenn es sich (anders als „Dracula“) nicht im Unterricht einsetzen läßt, kann ich aus biologisch-medizinischer und nicht zuletzt ethischer Sicht folgende weitere Werke sehr empfehlen: Mary Shelleys „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ (1818) sowie Robert Louis Stevensons „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ (1886) sind sehr lohnenswerte Lektüren. Wäre ich Englischlehrer, stünden sie auf meinem Plan. Lesen Sie diese Bücher ruhig ‘mal; die literarischen Vorlagen sind in meinen Augen generell besser als ihre bekannten filmischen Umsetzungen.
Tierisch guter Unterricht?
8. Februar 2010
In den 5. Klassen hat mich ein Mädchen über Monate hinweg mit der Frage genervt, ob es ‘mal seine Mäuse mitbringen dürfe. Ich habe es immer wieder vertröstet; das passe jetzt nicht ins Thema (Zellbiologie, später Evolution), aber bald ‘mal, wenn es um Säugetiere gehe.
Das war nun soweit; ich habe mit den Kindern Anpassungen an verschiedene Lebensräume und Lebensweisen besprochen, quasi als Fortsetzung des Themas Evolution. Von diesem hatte ich nahtlos übergeleitet, indem ich kurz Amphibien und Reptilien (ich lege übrigens auch Wert auf die deutschen Begriffe Lurche und Kriechtiere) und ihre Anpassungen beim Weg vom Wasser- zum Landleben besprochen hatte. Nun also die Säugetiere, und diesbezüglich hatte ich mich zunächst ihren typischen und für die Kinder verständlichen Merkmalen zugewandt: Fell, Geburt lebender Junger statt Eierlegen, Säugen der Jungen mit Milch. Auch die Ausnahmen der urtümlichen eierlegenden Schnabeltiere und Schnabeligel kamen vor; davon hatten auch einige Schüler schon gehört. Anhand einer bestimmten Säugetiergruppe, den Insektenfressern, hatte ich dann etwas detaillierter Anpassungen an ihre Lebensweise dargestellt: Maulwürfe und ihre ganz besonderen Anpassungen an das unterirdische Leben und Igel mit ihrem Stachelkleid. Auch Fledermäuse mit ihrem Flugvermögen waren reizvoll, auch wenn sie mit den Insektenfressern nur nah verwandt sind.
Um zu einer weiteren Gruppe von Säugetieren überzuleiten, boten sich die Mäuse an: Das sind waschechte Nagetiere (anders als die ebenfalls zu den Insektenfressern gehörenden Spitzmäuse); daran könnte ich also einiges erklären und demonstrieren; und für die Fünftkläßler wären lebende Tiere statt der Präparate aus unserer Sammlung sicherlich auch ‘mal interessant.
Ich sagte dem Mädchen also zu, daß es an dem bestimmten Tag seine Mäuse mitbringen dürfe. Das sprach sich schnell in der Klasse herum, und andere Schüler fragten nach, ob sie auch ihre Tiere mitbringen dürften. Ich gestattete (passend zum Thema) das Mitbringen von Nagetieren (Meerschweinchen, Hamster) und Kaninchen; Hunde abzulehnen stieß auf nur wenig Widerstand, und andere Tiere wünschten die Kinder nicht mitzubringen. Desweiteren machte ich im Interesse der Tiere zur Bedingung, daß sie von den Eltern mit dem Auto gebracht werden und nicht von den Kindern zu Fuß oder mit dem Bus in die Schule gebracht würden.
Dennoch betrachtete ich das ganze dann als ein gewagtes Experiment; und ich war auf den Ablauf gespannt.
Der Ablauf dieser Doppelstunde läßt sich mit einem Wort beschreiben: chaotisch!
Ich hatte die Klasse zu Beginn des Unterrichts mehrmals und eindringlich um Ruhe gebeten und das auch mit den Tieren und ihrer Angst begründet. Nutzlos. Die eine Hälfte der Klasse war mit den Tieren beschäftigt: die eigenen Tiere streicheln, füttern, den Mitschülern zeigen; die Tiere der Mitschüler zu streicheln versuchen; den Mitschülern Fragen zu ihren Tieren zu stellen. Die andere Hälfte war damit beschäftigt, sich über die Tierbesitzer und ihr Verhalten im Unterricht zu ereifern; mich dafür zu kritisieren, daß sie ihre Hunde nicht mitbringen durften; sich gegenseitig zu ärgern und Unfug zu machen (der Lehrer war ja an tausend anderen Fronten beschäftigt).
Was die Tiere anging, so gab es ein etwas ängstliches Kaninchen; das andere und mehrere Meerschweinchen (die ursprünglich geplanten Mäuse waren witterungsbedingt doch zuhause geblieben) ließen das ganze jedoch einigermaßen stoisch über sich ergehen. Die sind vermutlich von zuhause aus schon so einiges gewohnt …
Ein kleines bißchen konnte ich an den Tieren erklären: Ein Meerschweinchen war so entspannt, daß ich an ihm die Nagetierzähne zeigen konnte. Der Unterschied zu den Insektenfressern war also deutlich sichtbar. Viel mehr brachte der Einsatz der lebenden Tiere aber nicht; das war ein ziemlicher Schuß in den Ofen. Wenn ich nun noch das Chaos im Unterricht berücksichtige, hat es relativ wenig gebracht. Irgendwann schnappte ich zwar ‘mal ein „der schönste Unterricht überhaupt“ auf; aber das kann ich so nicht bestätigen. Und nicht zuletzt war das aus tierschützerischer Sicht eine ziemlich grenzwertige Veranstaltung. Grundsätzlich würde ich es den Kindern ja gönnen, ‘mal eine Doppelstunde entspanntes und lockeres Tierestreicheln- und -gucken durchzuführen. Im Interesse der Tiere kann ich das aber nicht wirklich verantworten. Es war ein Experiment. In den Parallelklassen werde ich es nicht wiederholen. Da muß dann leider eben weiterhin die „halbe Ratte“ herhalten.
Die Welt, in der sie nicht leben
15. Januar 2010
Nach der Zellbiologie stellten „Von der Zelle zum Gewebe“ und „Vom Einzeller zum Vielzeller“ den nahtlosen Übergang zum Thema Evolution dar. Insgesamt war das eine relativ kurze Behandlung des Themas, und die Fünftkläßler fanden es deutlich besser als Zellbiologie. Hier hatte ich aber auch mehr Möglichkeiten, Interesse zu wecken. Das fing schon mit der Hausaufgabe an: Ein Bild von einem ausgestorbenen Lebewesen nach Wahl zu malen. Die Fünftkläßler freuen sich immer, wenn sie als Hausaufgabe etwas malen sollen, und investieren teilweise viel Zeit und Arbeit in ihre Bilder. Nicht wenige haben dann auch aus eigenem Antrieb noch etwas über das von ihnen gemalte Lebewesen recherchiert und aufgeschrieben. (Ich wünsche mir mehr Hausaufgaben-Ideen, bei denen sich die Schüler nicht nur über die gestellte Aufgabe freuen, sondern sogar aus eigenen Stücken sinnvolle Zusatzarbeit erledigen!) Selbstredend, daß insgesamt über die Hälfte der Bilder (in einer Klasse sogar fast alle) Dinosaurier zeigten. Zu meiner Freude gab es aber auch Säbelzahntiger, Mammuts, Trilobiten, Belemniten und andere Tiere zu sehen; Pflanzen allerdings nicht.
Thematisch war das manchmal ziemlich spannend, auch wenn es nicht auf alle Fragen eine klare Antwort gab. Etwas offen blieb z. B. die Frage je einer Schülerin in zwei der Klassen, wo denn überhaupt die allererste Zelle hergekommen sei, aus der sich dann alle anderen Lebewesen entwickelt hätten. Kasimir aus der 5a legte ausführlich dar, daß ja eigentlich „der Gott“ das alles gemacht habe; seine Klassenkameraden wiesen ihn zurecht, daß das ja Geschichten aus der Bibel seien, es aber doch so nicht gewesen sei. Ich konnte die Frage den Schülern nicht zufriedenstellend beantworten. Die Befassung mit der sogenannten präbiotischen Evolution ist zwar sehr interessant, aber eigentlich nur etwas für Fachleute; das ist für Fünftkläßler ungefähr so verständlich wie Quantenphysik. Ich konnte (und wollte) ihnen diesbezüglich lediglich vermitteln, daß sich die Fachleute selbst nicht einig sind, ob zuerst das Erbgut oder zuerst die Zellmembran entstanden ist, und das fanden die Schüler dann wieder eine sehr interessante Fragestellung, die sie beschäftigte. Ist manchmal schon sehr merkwürdig, auf was für Themen man so kommt… Das hat der Lehrplan ganz bestimmt nicht vorgesehen.
A propos Lehrplan: Als der Bio-Fachvorsitzende am Rande mitbekam, daß ich gerade das Thema Evolution durchnahm, war er erst sehr interessiert, und als er erfuhr, daß es um die 5. Klassen ging, sehr erstaunt. Mein Hinweis auf den Lehrplan ergab dann nur ein Schulterzucken. In dieser Hinsicht fühle ich mich weiterhin etwas im Regen stehen gelassen
Für die letzte Doppelstunde vor den Weihnachtsferien hatte ich dann etwas besonderes geplant: ich wollte den Film Reise in die Urwelt vorführen; den hatte ich (so vor ungefähr 200 Jahren) ‘mal auf Klassenfahrt im 4. Schuljahr gesehen und hatte ihn in sehr guter Erinnerung. Etwas mehr als zwei Wochen vor den geplanten Terminen (yeah, der Herr Biolehrer bereitet sich auf den Unterricht vor) versuchte ich, den Film irgendwie aufzutreiben. Ich telefonierte mit vielen Videotheken, sowohl rund um die Kleinstadt, in der ich lebe, als auch rund um die Großstadt. Ich recherchierte im Internet in Online-Videotheken. Fehlanzeige. Nur eine Online-Videothek hat den Film tatsächlich im Angebot, aber man muß mehrere Wochen darauf warten. Das wurde also leider nichts.
Die dann gewählte Verlegenheitslösung erwies sich aber als voller Erfolg: Ein Couchgag von den Simpsons:
Mit dieser ca. einminütigen Sequenz konnte ich tatsächlich 45 min. Unterricht (die zweite Hälfte der Doppelstunden) füllen:
Erst zweimal hintereinander komplett vorgeführt, was auf große Begeisterung stieß.
Dann ließ ich die Kinder erzählen und erklären, was sie da gerade gesehen hatten, und was das darstellen sollte. Da wollten viele etwas zu beitragen.
Danach spielte ich die Sequenz Stück für Stück vor; unterbrach alle paar Sekunden, um zu fragen oder zu erklären, was da gerade gezeigt wird. Wenn man sich das Filmchen ‘mal ganz genau ansieht, dann stellt man fest, daß da für eine unterhaltsame Zeichentrickserie sehr sorgfältig recherchiert wurde. Aus wissenschaftlicher Sicht kann man da nur wenig kritisieren: Etwas mehr kambrische Explosion hätte ich gut gefunden (aber immerhin gibt es einen Vertreter der Trilobiten-Verwandtschaft und einen Kraken, der in in seiner Verkörperung durch Mr. Burns für Erheiterung sorgte), und die Pflanzen stimmen um die Zeit der Saurier meines Wissens nach nicht. Die mich früher sehr beeindruckenden Farnwälder des Carbons werden nur angedeutet. Aber es gibt Lenny als Riesenlibelle, und den Unterschied zwischen Homer als Amphibium und Reptil ist gut zu erkennen. Darauf, daß der Kampf zwischen Lisa und Bart nicht korrekt ist, machten mich die Kinder aufmerksam: Stegosaurier und „der T-Rex“ (ich hasse Schreibweise und Aussprache) haben nicht gleichzeitig gelebt. Richtig! Das hätte ich auf Anhieb nicht gewußt. (Übrigens auch ein Fehler in „Reise in die Urwelt“!) Homer als frühes Säugetier ist mir zu rattig dargestellt: das waren keine Nagetiere sondern eher Vorfahren der heutigen Insektenfresser. Geradezu genial finde ich dagegen, wie das frühe Säugetier ganz klein im Schatten der Saurier lebt, sich vor ihnen verstecken muß und erst nach dem Meteoriteneinschlag (gut auch die die Sonne verdunkelnde Staubwolke) wieder auftaucht und sich dann erst nach dem Aussterben der Saurier weiter entwickelt. Anhand dieser Darstellung habe ich den Kindern innerhalb kürzester Zeit die Verhältnisse verständlich machen können. Sehr gelacht haben sie über den entgegenkommenden und sich rückwärts entwickelnden Moe; ist ein Gag, und meine Erklärung, daß das nun nicht der Evolution entspricht, war wohl auch nicht wirklich nötig. Die Säugetierentwicklung ist dann auf die Primaten und die Menschheitsentwicklung beschränkt, für Unterrichtszwecke ein bißchen schade aber von der Handlung her (die man ja durchaus als Evolution des Menschen betrachten kann) schlüssig.
Nachdem wir das also nacheinander Szene für Szene auseinandergenommen hatten (und das wurde den Schülern nicht langweilig; da hätten wir noch mehr besprechen können), habe ich das Filmchen zum Abschluß wiederum zweimal komplett vorgespielt. Natürlich haben sie gebettelt, daß wir uns auch andere Simpsons-Szenen ansehen, aber ich hatte trotzdem den Eindruck, daß ihnen diese 45 min. einen riesigen Spaß gemacht haben. Ich denke, daß sie diesen Couchgag am Schluß der Stunde mit ganz anderen Augen gesehen haben als zu Beginn. Einige kamen später zu mir und erzählten, daß sie sich dieses Video zuhause noch heruntergeladen hätten.
Ich habe es sehr bedauert, ihnen nicht den anspruchsvolleren Film „Reise in die Urwelt“ zeigen zu können. Aber nach der Unterrichtseinheit mit dem banalen Simpsons-Video denke ich, daß sie auch damit etwas gelernt haben. Und es ist (leider, wie ich nachdenklich und ausdrücklich finde) eben mehr ihre Welt. Auf meine Nachfrage hin erfuhr ich, daß in jeder Klasse höchstens ein bis zwei Kinder die Simpsons nicht kannten.
Tag der offenen Tür
4. Januar 2010
Einige Wochen vor dem Tag der offenen Tür beratschlagten wir im Fachbereich Biologie, wer eine ansprechende Demonstration/Präsentation bieten könne. Die zwei Kolleginnen, die so etwas in der Mehrzahl der vergangenen Jahre gemacht hatten, hatten nun ihre Gründe, das dieses Jahr nicht zu machen; der Kollege, der es letztes Jahr gemacht hatte, war an diesem Tag anderweitig eingespannt, wie auch der Fachvorsitzende. Die wenigen anderen Bio-Kollegen wollten nicht. Ich bin neu an der Schule, habe noch nie diese Veranstaltung miterlebt, und hatte auch keine Vorstellung davon, was da so üblicherweise geboten wird. Außerdem sollte es eine 8. Klasse sein, aus der dann einige Schüler mitwirken sollten. „Meine“ 8. Klassen hielt ich weder für besonders geeignet, noch hatte ich eine Idee, was ich mit denen hätte präsentieren sollen. Obwohl ich mich also eher sträubte, blieb die Sache an mir hängen.
Der Kollege erzählte mir, was er letztes Jahr gemacht hatte: irgendetwas Aufwendiges mit Wasserflöhen; Anatomie und so weiter. Irgendwoher hatte er sich eine Zählmaschine besorgt, und auch die wurde in ihrer Anwendung präsentiert. Wie mir schien, war das eine nicht unerhebliche Aktion, bei der ich mich frage, was das mit dem normalen Unterricht zu tun hatte. Aber Wasserflöhe waren schon einmal eine gute Idee … Da komme ich einfach dran, und mit ihnen kenne ich mich sehr gut aus. Jetzt mußte ich die nur noch in das Jahresthema Ökologie in der 8. Klasse integrieren. Ich ließ die Sache auf mich zukommen. Dann ergab sich das Thema fast von alleine. Ich bin mit meinen 8. Klassen beim Thema Nahrungsketten und Trophieebenen angelangt. Das Buch gibt die „Nahrungskette“ vor, anhand derer man ja auch die Trophieebenen und die Konsumenten 1. und höherer Ordnung gut verstehen kann. In der Natur spielt sich das natürlich nicht so linear ab, sondern es gibt vielfältige und komplexe Nahrungsbeziehungen. Daher bevorzuge ich den Begriff „Nahrungsnetz“.
Thema und verfügbare Organismen fügten sich dann schnell zusammen, und eine Woche vor dem Termin stand meine Präsentation; die ganze Sache war dann ideal für meinen Unterricht (wo ich es vorher noch durchführte):
Krebstiere im Nahrungsnetz
Den Schülern/Besuchern demonstrierte ich folgende lebende Organismen (für die winzig kleinen standen Mikroskope bereit):
Krebstiere:
Wasserflöhe, Bachflohkrebse und einen Flußkrebs.
Andere Lebewesen:
Einzellige Algen und Wimpertierchen (recycelt aus der Zellbiologie in den 5. Klassen), eine Wasserpflanze und einen Fisch.
Dann gab es einen Zettel mit Informationen zu den jeweiligen Lebewesen, ihrer Lebensweise und Ernährung. Dabei fanden auch noch einmal die Begriffe Plankton, Nekton und Benthos Verwendung. Dazu gab es dann die zwei Arbeitsaufträge:
- Erstelle ein Nahrungsnetz mit den gezeigten Lebewesen.
- Ordne die Organismen den drei „ökologischen Berufen“ Produzenten, Konsumenten und Destruenten zu. Wer ist ein Konsument 1. Ordnung, wer 2. oder höherer Ordnung?
Die Präsentation kam bei Besuchern und Kollegen gut an. Auch den wenigen Schülern, die dann während des Tags der offenen Tür bei der Demonstration mitmachten, hat es gefallen. Besonders stolz bin ich aber darauf, daß ich nicht nur etwas Beeindruckendes für diese schulische Werbeveranstaltung auf die Beine gestellt habe, sondern daß das tatsächlich etwas aus meinem Unterricht war. Das schien mir nicht überall der Fall zu sein.
Lebewesen des Jahres 2010
4. Januar 2010
Verschiedene Verbände küren jedes Jahr bestimmte Organismen zum Lebewesen des Jahres. Im Jahr 2010 sind dies:
- Einzeller des Jahres: Das Augentierchen Euglena
- Pilz des Jahres: Die Schleiereule
- Flechte des Jahres: Die Rosa Köpfchenflechte
- Moos des Jahres: Das Gemeine Widertonmoos
- Baum des Jahres: Die Vogelkirsche
- Blume des Jahres: Die Sibirische Schwertlilie
- Orchidee des Jahres Der Gelbe Frauenschuh
- Staude des Jahres: Die Katzenminze
- Arzneipflanze des Jahres: Der Efeu
- Insekt des Jahres: Der Ameisenlöwe
- Schmetterling des Jahres: Der Schönbär
- Europäische Spinne des Jahres: Die Gartenkreuzspinne
- Weichtier des Jahres: Die Gemeine Schließmundschnecke
- Fisch des Jahres: Die Karausche
- Lurch des Jahres: Der Teichmolch
- Vogel des Jahres: Der Kormoran
- Wildtier des Jahres: Der Dachs
- Höhlentier des Jahres; Die Zackeneule
Ich wünsche mir ja noch ein „Bakterium des Jahres“.
Es gibt da übrigens noch mehr Kategorien; z. B. „Heilpflanze des Jahres“ (konkurriert mit der „Arzneipflanze des Jahres“) und einige Lebewesen des Jahres mehr. Aber da haben es die ernennenden Organisationen nicht geschafft, die Art des Jahres 2010 rechtzeitig zu meinem Wissen kundzutun.
Zellbiologie (IV) / Mikroskopieren (III)
15. Dezember 2009
Das Thema Zellbiologie in den 5. Klassen ist nun durch. Zum Abschluß habe ich mit den Kindern noch einmal mikroskopiert: Wir haben uns lebende Einzeller angesehen. Mitgebracht hatte ich (etwas unspektakulär) einige Algen; das eigentliche Objekt unseres Interesses waren aber Amerikanische Lidtierchen Blepharisma americana. Diese zu den Wimpertierchen gehörende Art ist aufgrund ihrer Größe und ihrer Rotfärbung gut zu erkennen; weitere Vorteile sind hin und wieder zu beobachtende Teilungen und Konjugationen, außerdem können sich in den Kulturen Riesen- und Zwergformen entwickeln, und die Riesen fressen die Zwerge. Riesen- und Zwergformen gab es leider nicht zu sehen, aber auch so war es für die Kinder interessant. Auch der Zellkern ist meist zu erkennen, auch ohne Färbung. Die Färbung habe ich noch einmal kurz thematisiert, auch dabei half der Text, den wir vor dem Mikroskopieren zur Einstimmung gemeinsam gelesen haben:
Der Wassertropfen
Von Hans-Christian Andersen
Du kennst ja wohl ein Vergrößerungsglas, so ein rundes Brillenglas, welches alles hundertmal größer macht, als es ist? Wenn man es nimmt und vor das Auge hält und dadurch den Wassertropfen draußen vom Teiche betrachtet, so erblickt man über tausend wunderbare Tiere, die man sonst nie im Wasser sieht, aber sie sind da, es ist wirklich so. Es sieht fast aus, wie ein ganzer Teller voll Krabben, die untereinander herumspringen, sie sind sehr raubgierig, sie reißen einander Arme und Beine, Enden und Stücke ab, und doch sind sie auf ihre Weise froh und vergnügt.
Nun war einmal ein alter Mann, den alle Leute Kribbel-Krabbel nannten, denn so hieß er. Er wollte immer das Beste von jeder Sache haben, und wenn das durchaus nicht gehen wollte, dann nahm er es durch Zauberei.
Dieser Mann sitzt eines Tages und hält sein Vergrößerungsglas vor das Auge und betrachtete einen Wassertropfen, welcher von draußen aus einer Pfütze im Graben genommen war.
Wie es da kribbelte und krabbelte! Alle die tausend Tierchen hüpften und sprangen, zerrten an einander und fraßen von einander.
„Aber das ist ja abscheulich!“ sagte der alte Kribbel-Krabbel, „kann man sie nicht dahin bringen, in Ruhe und Frieden zu leben, und daß sich jedes nur um sich bekümmert?“ Er dachte und dachte, aber es wollte nicht recht gehen, und deshalb mußte er zaubern. „Ich muß ihnen Farbe geben, damit sie deutlicher gesehen werden können!“ sagte er, und dann tröpfelte er etwas, einem kleinen Tropfen Rotwein ähnlich, in den Wassertropfen, aber das war Hexenblut, von der feinsten Gattung zu sechs Pfennigen; nun wurden aber die wunderbaren Tierchen über den ganzen Körper rosenrot, es sah aus wie eine ganze Stadt voller nackter, wilder Männer.
„Was hast Du da?“ fragte ein anderer alter Zauberer, der keinen Namen hatte, und das war gerade das Feine an ihm.
„Ja, kannst Du raten, was es ist,“ sagte Kribbel-Krabbel, „so will ich es Dir schenken, aber es ist nicht leicht herauszufinden, wenn man es nicht weiß!“
Der Zauberer, der keinen Namen hatte, sah durch das Vergrößerungsglas. Es sah wirklich aus wie eine ganze Stadt, wo alle Menschen ohne Kleider herumliefen. Es war schauerlich, aber noch schauerlicher war es, zu sehen, wie der eine den andern puffte und stieß, wie sie gezwickt und gezupft, gebissen und gezaust wurden! Was unten war, sollte nach oben, und was oben war, sollte wieder nach unten! „Sieh! sieh! Sein Bein ist länger als meins! Paff. Weg damit!“ Da ist einer, der hat eine kleine Beule hinter dem Ohr, ein kleines, unschuldiges Beulchen, aber sie quält ihn, und darum soll sie nicht noch mehrere quälen, sie hackten in dieselbe und sie zerrten ihn, und sie fraßen ihn der kleinen Beule wegen. Da saß einer so still, wie eine kleine Jungfrau und wünschte nur Ruhe und Frieden. Aber nun sollte die Jungfrau hervor, und sie zerrten an ihr und sie zerrissen und verschlangen sie!
„Das ist sehr belustigend!“ sagte der Zauberer.
„Ja, aber was glaubst Du wohl, was es ist?“ fragte Kribbel-Krabbel. „Kannst Du es ausfindig machen?“
„Nun, das ist ja leicht zu sehen!“ sagte der andere. „Das ist ja Kopenhagen oder irgend eine andere große Stadt, sie gleichen einander ja alle. Eine große Stadt ist es!“
„Es ist Grabenwasser!“ sagte Kribbel-Krabbel.
Raus aus der Schule (II)
24. November 2009
Die geplanten Exkursionen mit den 8. Klassen habe ich nun durchgeführt. Das organisatorische Problem habe ich erst ‘mal dadurch gelöst, daß ich meine Randstunden nutzte; mit der großen Pause als Reserve. Das ging in diesem Fall ganz gut: Ich unterrichte die Klassen in Doppelstunden; das besuchte Waldgebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln in weniger als einer halben Stunde erreichbar. Vor Ort blieben somit ungefähr 40–45 min., also knapp eine Schulstunde. Mehr ist um diese Jahreszeit den Schülern sowieso nicht zuzumuten.
Beiden Klassen hatte ich zuvor angekündigt, daß es im Wald feucht und matschig sein würde, und es daher dringend zu empfehlen sei, an diesem Tag festes Schuhwerk anzuziehen. Nach der Erfahrung mit der ersten Klasse wies ich die andere Klasse besonders eindringlich darauf hin. Vielleicht hätte ich verlangen sollen, daß sie barfuß kommen … Auffällig viele Schüler trugen Baumwollturnschuhe und bekamen nasse Füße. Wildleder-Stiefeletten mit hohem Absatz erwiesen sich auch als relativ untauglich. Eine Schülerin beschwerte sich, daß ihre neuen 100-Euro-Schuhe naßgeworden seien. Auch Regenjacken hatte ich empfohlen, mit sehr viel Glück regnete es auch auf der zweiten Exkursion nicht. Die erste bekam im November noch einmal etwas „Goldenen Oktober“ ab. Weiterhin hatte ich verlangt, Schreibzeug und Schreibunterlage mitzubringen, damit man sich Notizen fürs Exkursionsprotokoll machen kann. Hatten die meisten auch nicht dabei; machte aber (zumindest in der einen Klasse) nichts: Flugs wurden die Handys gezückt, und ungefähr fünfzehn Daumen tippten rasend schnell meine Erläuterungen mit. Auf die Protokolle war ich dann sehr gespannt, vor allem, nachdem nach 20 min. bei den ersten Handys der Speicher voll war. Die ersten gesichteten Protokolle machen wider Erwarten einen guten Eindruck; mehr dazu dann ggf. bei Gelegenheit. Wider Erwarten war im Wald auch die eine schwierige Klasse sehr diszipliniert und aufmerksam. Die andere Klase, generell leichter zur Ruhe und „unter Kontrolle“ zu bekommen, ist stattdessen völlig unaufmerksam; so auch im Wald.
Was gibt es überhaupt um diese Jahreszeit im Wald zu sehen?
Für Pilze war es leider schon zu spät im Jahr; außer einigen holzzersetzenden Myzelen gab es diesbezüglich kaum etwas zu sehen. Die Bäume waren schon stark entlaubt, und das bot Gelegenheit, die Winterbestimmung von Bäumen zu erläutern. Deren größter Trick besteht ja darin, sich das Fallaub unter dem Baum anzusehen und zur Bestimmung heranzuziehen. Aber auch typische Merkmale der Borke konnte ich zeigen und erklären: weiße Birkenstämme, die abblätternden Borkenstückchen der Kiefer, die Lentizellen der Kirsche und „grobstollige“ Eichenstämme. Bei Eichen gab es auch noch viele Blätter am Baum zu sehen, und ich konnte die Sage vom Teufel und den zerfurchten Blättern anbringen. Das hat den Schülern gefallen. Die Baumkenntnisse der Schüler fand ich erschreckend schlecht. Der Großteil erkannte den Ahorn wieder, weil wir uns Ahornbäume schon auf dem Schulhof angesehen hatten. Bei fast allen anderen Bäumen ratloses Schulterzucken. Eine Gruppe schlanker Bäume mit weißen Stämmen sagte ihnen gar nichts. Wie, die kennt Ihr nicht? In der einen Klasse gab es dann zwei Schüler, die es wußten: Birken. Der Rest der Klasse schrieb dann eifrig den Namen auf. Der anderen Klasse mußte ich den Namen nennen. Erst als ich die Handwerkskunst einiger nordamerikanischer Indianerstämme erwähnte, die aus der weißen Borke verschiedene Kunst- und Gebrauchsgegenstände fertigen, fiel es einigen Schülern beider Klassen wieder ein: davon hatten sie schon ‘mal gehört.
An den Baumstämmen waren Moose und Flechten zu finden; die konnte ich dann auch erläutern.
Tiere sahen wir fast keine; einige Vögel und Schnecken; das war’s dann auch schon.
Um diese Jahreszeit war die Humusbildung sehr gut zu erkennen: Äste und Blätter in allen Stadien der Verrottung; für eine Suche nach Gliedertieren zwischen der Laubstreu war es leider zu kalt und zu naß. Das mache ich ‘mal im Frühjahr.
Dann gehen wir nämlich noch einmal in den Wald; und ich hoffe, daß ich ihnen dann im Vergleich zum jetzigen eher kahlen und in voller Verrottung befindlichen Waldboden eine Krautschicht zeigen kann, in der verschiedene Frühblüher aller Art um das erste und wenige Licht im Jahr konkurrieren. Hoffentlich ist das dann so schön, wie ich es den Schülern versprochen habe. Dann kann ich die Schüler auch hoffentlich etwas mehr selbst entdecken lassen. Dieses Mal habe hauptsächlich ich erzählt und erklärt.
Insgesamt waren wir uns alle einig: Schön war’s.
Gegen Ende der kurzen Exkursion fragte mich eine Schülerin, wie ich mir das denn alles merken könne, und woher ich denn so viel wisse. Mägdelein, das ist mein Beruf. Dafür wißt Ihr mehr über Handys. Nein, ich kann Eure Protokolle nicht per Handy empfangen.
Zellbiologie (II)
23. November 2009
Wie angekündigt nun ein paar Ausführungen zum Zellbiologie-Unterricht in der 5. Klasse. Das Thema ist im Lehrplan vorgegeben, und ich bin damit einigermaßen unglücklich. Ich halte das in dieser Jahrgangsstufe für viel zu anspruchsvoll und unanschaulich. Wie ich das so mitbekommen habe, soll man als Lehrer ja immer einen Bezug herstellen zu dem, was die Schüler kennen; außerdem soll es alltägliche und praktische Erlebnisse und Erfahrungen erklären oder damit in Einklang zu bringen sein. Na toll. Das ist bei Zehn- und Elfjährigen und Zellbiologie nicht ganz einfach. Die Kinder brauchen so etwas aber dringend. Dabei sind ihre Fragen für mich immer hochspannend und aufschlußreich. Deswegen lasse ich meinen Unterricht manchmal zu einer Fragestunde ausarten, auch wenn es das Fortkommen in fachlicher Hinsicht hemmt. Die Kinder sollen merken, daß ich ihre Fragen ernstnehme und beantworte. Ich bin für das Verständnis und den Lernerfolg dringend darauf angewiesen, daß die Kinder sich trauen, etwas zu fragen; und damit sie das auch in den Fällen tun, in denen ich es angebracht finde, müssen sie es anhand der Themen lernen, die sie interessieren.
Eine dieser Fragen, die ich sehr wichtig fand, betraf die Zellmembran: Angenommen, man würde eine Zelle so stark vergrößern, daß man sie in die Hand nehmen könnte: wie würde sich das anfühlen? Diese Frage hat mir ganz hervorragend gefallen; einfach großartig. Sie hat mir geholfen, die Vorstellung über die Zellmembran, die ich zwecks besseren Verständnisses in ihrer Funktion mit unserer Haut verglichen hatte, zu verbessern. Gleichzeitig zeigt diese Frage das Dilemma des Themas Zellbiologie auf: Zu abstrakt, zu unvorstellbar für die Kinder. Auch Vergleiche gehen manchmal gehörig daneben: Als ich die steuernde Funktion des Zellkerns mit dem Gehirn verglich, kam später die Frage, ob denn eine Zelle ohne Zellkern noch denken könne. (Wiederum eine für mich und meine Unterrichtsgestaltung sehr wichtige Frage.) Wenn es um Erklärungen und Veranschaulichungen geht, bin ich damit augenblicklich schwer gefordert. Dabei ist das eigentlich meine Stärke, wegen der man mir in der Vergangenheit oft dazu geraten hat, Lehrer zu werden (im Hinblick auf Versuche und interessante Unterrichtsgestaltung muß ich mangels Ausbildung zwangsläufig Defizite einräumen).
Vielleicht übertreibe ich es auch mit der Gründlichkeit, mit der ich das Thema behandel. Ich selbst habe Zellbiologie ganz kurz in der 6. Klasse gehabt: Ganz kurz den historischen Hintergrund (Robert Hooke entdeckt Zellstrukturen im Kork), Abbildungen von Zwiebelzellen im Buch. Das war’s. Meine ganze Schulzeit wußte ich, daß man aus einzelnen Zellen besteht (ich wurde ja auch immer dazu angehalten, meine „kleinen grauen Zellen“ zu benutzen), und daß es Einzeller gibt. Genaueres oder Einzelheiten wußte ich nicht. Dabei ist man meiner Einschätzung nach in der 6. Klasse schon eher für das Thema geeignet als in der 5. Klasse. Später, an einer anderen (sehr speziellen) Schule, wurde das Thema Zellbiologie in der 12. Klasse behandelt. Da war es keine Überforderung mehr und verständlich; von diesem Unterricht habe ich eine Menge behalten. Wenn ich mir das nun so überlege, so halte ich Zellbiologie in der 8. Klasse für zumutbar und angemessen; vielleicht sogar für angebracht. Einiges, was ich jetzt mit der 8. Klasse behandel, stößt dort nicht auf großes Interesse und setzt oft schon genauere Kenntnis der Zellbiologie voraus; und mit den 8. Klassen zu mikroskopieren wäre eine willkommene und interessante Abwechslung.
Doch zurück zur 5. Klasse: Ich beschränke mich dort auf den grundsätzlichen Aufbau der Zelle aus Zellmembran, Zellplasma und Zellkern. Das ist schon doof, weil im Mikroskop zuvor nichts von alledem in der Zwiebelhaut erkennbar war; um den Zellkern sichtbar zu machen, hätte man die Präparate anfärben müssen, was einerseits ein beachtlicher zusätzlicher Aufwand in einer 5. Klasse ist, und andererseits zu einer unangenehmen Sauerei hätte ausarten können. Ein Schüler ist selbst auf die Idee gekommen und hat einen Tropfen Tinte zu seinem Präparat gegeben. Damit waren die Zellkerne auf einmal deutlich zu erkennen. Vielleicht mache ich das doch noch ‘mal. Was den Zellkern angeht, so ist das Buch alles andere als eine große Hilfe: Er wird erwähnt, und dann folgt der Hinweis, daß sich in ihm Kernkörperchen befinden. Wer um alles in der Welt denkt sich so einen Schwachsinn aus? Ja, im Zellkern befinden sich Kernkörperchen; aber sie sind für Fünftklässler doch eher nebensächlich und vernachlässigbar. Wozu sie da sind, erklärt das Buch auch nicht. Das wirklich wichtige aber, daß nämlich der Zellkern die Erbinformation enthält, das erwähnt das Buch nicht. Ich habe es natürlich erwähnt, und auch gesagt, daß das Material dieses Erbgutes als „DNS“ oder „DNA“ bezeichnet wird, was die Abkürzung für ein ganz furchtbar kompliziertes Wort sei. Das wollten die Schüler dann unbedingt wissen, und dann sollte ich Desoxyribonukleinsäure unbedingt an die Tafel schreiben. Obwohl ich mindestens fünfmal betonte, daß das jetzt nur spaßeshalber an der Tafel stehe und nicht gelernt werden solle, hatten dann bis zur darauffolgenden Stunde in jeder Klasse mindestens zwei Schüler das Wort auswendig gelernt und nerven mich seitdem jede Woche damit, daß sie das Wort noch können. Jedes Mal Anlaß für mich, zu betonen, daß sie das jetzt in der 5. nicht können müssen und lieber die wichtigen Sachen lernen sollen. Einer von ihnen hat trotzdem im Test fast nichts gewußt, aber Desoxyribonukleinsäure schrieb er ungefragt auf seinen Testbogen. A propos nichts gewußt: Die Mehrzahl der Schüler wußte die wichtigsten Sachen; der Lernerfolg war glücklicherweise vorhanden.
Dann kam anschließend der Unterschied zwischen pflanzlichen und tierischen Zellen: Chloroplasten, Zellwände und die Vakuole. Die Chloroplasten waren eine harte Nuß, aber auch sie wurden nach einiger Zeit verstanden. Dabei halfen die Umstände, daß ich auf die grüne Farbe der Blätter verweisen konnte, und daß so ziemlich alle Kinder schon wußten, daß Pflanzen Sauerstoff aus- und Kohlendioxid einatmen (die beiden Stoffe wurden und werden gerne durcheinandergeworfen; aber das ist verzeihlich). Da hatte ich einen guten Aufhänger, und indem ich den Kindern erklärte, daß Tiere und wir Menschen etwas essen müssen, um uns zu ernähren, Pflanzen dagegen sich mit Hilfe der Chloroplasten ihre Nahrung selbst herstellen können, war das Verständnis doch schneller erreicht als befürchtet. Die Zellwände waren ein Klacks, hat dann jeder schnell verstanden, vor allem, wenn man als Beispiel die Steinzellen der Birne heranzieht, auf denen jeder schon ‘mal herumgekaut hat. Außerdem waren die Zellwände das einzige, was wir im Mikroskop von den Zellen gesehen hatten. Chloroplasten und Zellwände hat dann auch im Test fast jeder gewußt, während sich so mancher mit der Zellmembran schwergetan hat. Ich denke aber, daß das eher eine sprachliche Sache ist, bei der Testbesprechung kam dann sehr oft ein „Ach, ja!“ und ein heftiges Ärgern darüber, daß man das nicht gewußt hat. Jemand schrieb als Antwort sogar, daß es nicht die Zellwand sei, er aber das Wort nicht mehr wisse.
Die Vakuole war dann schon wieder schwieriger zu verstehen. Hilfreich waren auch hier wieder die Blätter an den Bäumen auf dem Schulhof: Die letzten verbliebenen Blätter um diese Jahreszeit waren nicht mehr grün sondern gelb, und die Kinder erinnerten sich noch, daß sie kürzlich noch rot gewesen waren. Daß die Vakuole Farbstoffe enthält, die im Sommer von dem Grün der Chloroplasten überdeckt werden, war dann nachvollziehbar.
All die anderen Organellen lasse ich völlig außen vor, erwähne lediglich, daß es außer dem Kern und den Chloroplasten noch mehr in der Zelle gibt, so wie wir auch verschiedene Organe haben. Da aber Organe aus vielen Zellen bestehen, nennt man das, was die Zellen haben, nicht Organe, sondern Organellen. Das haben sie überraschend schnell verstanden. Die Zellteilung habe ich nun auch kurz besprochen und dabei die potentielle Unsterblichkeit der Einzeller angerissen. Das hat die Kinder fasziniert, und nur so konnte ich die Teilung überhaupt richtig vermitteln. Hier gab es nämlich unklare Vorstellungen darüber, was mit der Mutterzelle nach der Teilung geschieht. Daß es sie nicht mehr gibt, sondern sie in den beiden Tochterzellen weiterlebt, war sehr schwer zu verstehen. Das werde ich vielleicht noch ‘mal mit etwas handfestem (Knete oder so) verständlich machen. Bereits eingeleitet ist das Thema „Vom Einzeller zum Vielzeller“; und dann habe ich die Zellbiologie endlich durch. Uff. Das ist dann auch der Übergang zum sehr kurzen Thema Evolution; und damit ist die Durststrecke erst einmal beendet. Spätestens Dinosaurier werden auf riesiges Interesse stoßen.
Es wird kalt
3. November 2009
Vorgestern abend habe ich zum ersten Mal in diesem ersten Herbst Kraniche gehört. Da es spätabends schon dunkel war, konnte ich sie leider nicht sehen. Aber die Rufe sind sehr charakteristisch und gut zu erkennen. Bei Dunkelheit und schlechtem Wetter sind diese verständigenden Rufe sehr häufig.
Traditionell gilt der herbstliche Kranichzug bei uns als direkter Vorbote kalten Wetters. Meiner Beobachtung nach paßt das meist.

Foto: Andreas Trepte (www.photo-natur.de); gefunden bei Wikipedia.
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Nachtrag zu „Rotz am Ärmel“
6. Oktober 2009
Im Beitrag „Rotz am Ärmel“ habe ich mich über die Ratschläge und Maßnahmen des Betriebsarztes an der Universität ereifert. Unter anderem kritisierte ich, daß er damals anläßlich der „Vogelgrippe“ für jeden Universitätsbediensteten eine Impfung mit Tamiflu empfahl, und dies auch jetzt bei der „Schweinegrippe“ durchklang.
Außer der Verknappung des Impfstoffes gibt es noch einen anderen, wichtigen Grund, das Zeug nicht maß- und hemmungslos und ohne konkreten Bedarf einzusetzen: Resistenzen! Tamiflu wird in Kläranlagen nicht abgebaut, gelangt in die Flüsse und verursacht Resistenzen (aktuell: Wired Science).
Was haben uns die Ärzte und Tierärzte mit Antibiotika nicht schon an Schwierigkeiten eingebrockt! Sehr wirksame Medikamente werden durch übermäßigen und unangebrachten Gebrauch wirkungslos und verschlimmern Infektionskrankheiten; teilweise mit tödlichem Ausgang, nicht selten mit schweren gesundheitlichen Schäden und hohen Kosten.
Ich denke schon seit langem über diese Problematik nach. Wir haben (im Gegensatz zu z. B. den USA) in Deutschland bereits eine sehr restriktive gesetzliche Regelung hinsichtlich Verschreibung und Abgabe entsprechender Mittel. Wie der Betriebsarzt schon schrieb: die Abgabe von Tamiflu ist an eine ärtzliche Verordnung gebunden. Leider wurde und wird die Ärzteschaft der ihr übertragenen Verantwortung nicht gerecht. Vielleicht sollte man ihr diese Befugnis entziehen und speziell ausgebildeten Bakteriologen und Virologen übertragen, die dann [nach gesicherter Diagnose und weiteren Untersuchungen (auf welches Mittel reagieren die entsprechenden Stämme noch?] ggf. Antibiotika oder Virostatika verschreiben. Das können dann Ärzte oder Biologen sein (meinetwegen auch beides); aber sie sollten Ahnung von der Materie haben und die Verantwortung ernst nehmen. Und sie sollten nie im Leben auch nur einen Pharmareferenten zu Gesicht bekommen haben.
Die Wahrheit über Ponoplasten
29. September 2009
Die Hausaufgabe, durch Nachdenken, Literatur- und Internetrecherche die Unterschiede zwischen pflanzlichen und tierischen Zellen herauszufinden und aufzuarbeiten, ergab neben den erwarteten Antworten auch Unerwartetes. So nannten die Schüler auch den Zellkern als Unterschied: er sei bei pflanzlichen Zellen randständig, befinde sich bei tierischen Zellen dagegen eher mittig und frei im Cytoplasma. Davon hatte ich noch nie gehört. Da ich auch als Lehrer nicht unfehlbar bin, versprach ich, diesen Punkt nachzusehen. Später wurden dann noch Ponoplasten als typisch pflanzliches Merkmal genannt. Dieser Begriff war mir gänzlich unbekannt, und ich belehrte die Schüler, daß sie wohl Chloroplasten oder Chromoplasten meinten und erklärte diese Organellen.
Als ich später hinsichtlich des randständigen Zellkerns recherchierte, wurde ich in meinen Büchern nicht fündig. Der Suchbegriff „randständiger Zellkern“ ergab bei einer Internetsuche dagegen zahlreiche Treffer. In Auflistungen und Tabellen zu genau meiner Hausaufgabe wurde er aufgeführt. Na sowas. Hatten die Schüler etwa recht, und war mir bisher etwas wichtiges entgangen? Als ich mir die jeweiligen Seiten näher ansah, traf ich auch auf Ponoplasten, die charakteristisch für Pflanzenzellen seien.
Was um alles in der Welt sind Ponoplasten? Wikipedia kennt keine Ponoplasten, in all meinen Büchern kommen sie nicht vor. Suchmaschine bemüht: mehrere Treffer mit dem Suchbegriff „Ponoplast“. Es waren dieselben Seiten: ausschließlich Hausaufgabenhilfe-Seiten, Referats- und Hausarbeiten-Dienste. Plattformen, die von geschäftstüchtigen Betreibern eingerichtet und von Schülern mit Inhalten gefüllt wurden. Einige der Dokumente enthielten sogar Schemazeichnungen der beiden Zelltypen und zeigten brav alle relevanten Merkmale; aber weder die Randständigkeit des Zellkerns noch auch nur ein einziger Ponoplast waren darauf dargestellt.
Ein Gespräch mit Botanikern an der Universität bestätigte meinen Verdacht: Der randständige Zellkern ist völlig aus der Luft gegriffen, und der Begriff Ponoplast war den Botanikern so unbekannt wie mir. Wie auch immer der Ponoplast entstanden sein mag: Er wurde von Hausaufgabe zu Klassenarbeit, und von Referat zu Merkzettel immer einfach nur ohne Überprüfung voneinander abgeschrieben und weiterverbreitet.
Mr. Spock: „Faszinierend.“
Systematik der Ökosphäre (II)
21. September 2009
Nachdem der Begriff gefallen war,
ging meine Frage an die 5. Klasse:
Was sind Bakterien?
Als Antwort kam zurück:
Das sind die dummen Dinger,
die Löcher in die Zähne machen.