Kommunales
6. März 2010
Während ich im Lehrerzimmer Hausaufgaben durchsehe, unterhält man sich hinter mir über Kommunalpolitik. Irgendwann fällt der denkwürdige Satz:
Der [Großstädter] an sich ist bestechlich.
Nachhilfe und Kursen
26. Februar 2010
Diese Überschrift las ich auf einem Werbezettel, der an der Straßenbahnhaltestelle angebracht war. Der darunterstehende Text hatte ähnliche Qualität. Zu blöd, daß potentiellen Kunden das noch nicht einmal auffallen wird.
Streikopfer
6. Februar 2010
Nachdem ich mit der Eisenbahn in der Großstadt angekommen war, erfuhr ich über das Display an der Straßenbahnhaltestelle, daß die Verkehrsbetriebe bis 06:30 Uhr einem Warnstreik ausgesetzt waren und die Straßenbahnen daher noch sehr unregelmäßig verkehrten. Nun gut, ich mußte erst zur zweiten Stunde unterrichten und war früher unterwegs, weil ich für meine AG noch einige Blätter laminieren wollte. Wie das so ist, wenn man einen ausreichenden Zeitpuffer hat, ging alles glatt, und nach wenigen Minuten kam schon eine Straßenbahn und ich somit pünktlich zur ersten Stunde in der Schule an.
Einem Kollegen ging es da schlechter: Als ich das Laminiergerät aufheizte, klingelte das Telefon. Das Laminiergerät steht im Büro des Lehrers, der den Vertretungsplan organisiert (also neben der Schulleitung einer der ganz wenigen Lehrer mit Büro, weswegen das Gerät dort auch deponiert ist). „Nein, so ‘was. Das ist jetzt aber schlecht,“ sagte der Vertretungsplanlehrer, „da kann ich jetzt nichts machen. Ich habe niemanden mehr frei, keiner da.“ Ich machte eine falsche Bewegung mit meinen Laminierfolien. „Nein, warte ‘mal, hier steht der Herr Biolehrer neben mir und scheint nichts zu tun zu haben; warte ‘mal … Herr Biolehrer, du hast doch die erste Stunde frei, kannst du in die 5. Klasse gehen, der Herr Deutschlehrer kann nicht rechtzeitig in die Schule kommen; seine Straßenbahn fährt nicht.“ „Grummelbrummel, aber ich will doch laminieren …“ „Ach, was! Stell dich nicht so an; die Klasse ist jetzt alleine. Geh dahin und mach ‘was mit denen.“
Also Laminiergerät wieder ausgestellt. Ich war etwas mißmutig. Ich hatte schon einmal in einer 5. Klasse völlig unvorbereitet Vertretung gemacht; und es war das totale Chaos gewesen. Fieberhaft überlegte ich, was ich mit denen machen könnte. Warum eigentlich nicht meinen normalen Unterricht? War diese Woche wegen des Lernmethodik-Tags sowieso ausgefallen. Die Schüler hatten zwar nicht ihre Bio-Sachen dabei, aber das war doch eher ein kleines Problem. Ich ging also schnell in die Biologie und holte dort eine „halbe Ratte“ und einige Kieferknochen ab. Die „halbe Ratte“ ist eine präparierte Ratte, bei der die eine Hälfte wie bei einem ausgestopften Tier den Körper mit Fell zeigt, die andere Seite aber das Skelett darstellt. Solch ein Präparat haben wir auch von einem Maulwurf, und daran hatte ich den Schülern bereits die Insektenfresser erklärt. Nun also die Nagetiere und die Unterschiede zu den Insektenfressern.
In der 5. Klasse angekommen, war das Hallo groß. Ob der Herr Biolehrer dort mehr Sympathie besitzt als der Herr Deutschlehrer?
Wider Erwarten war der vertretungsweise (und im Klassenraum statt im Bioraum) abgehaltene Unterricht ein voller Erfolg. Die Schüler fügten sich ohne Murren in die Stundenplanänderung, und in der einen Stunde schafften wir fast soviel Stoff wie sonst in meinen Doppelstunden. Das war wirklich erstaunlich. Die verlorene Doppelstunde also gut wieder aufgeholt.
Das versöhnte mich mit dem widerwillig übernommenen Vertretungsunterricht.
Meine AG-Blätter laminierte ich dann in der Mittagspause.
Als ich spätnachmittags um 17:00 Uhr wieder nach Hause fahren wollte, hatten die Verkehrsbetriebe sich immer noch nicht von dem Warnstreik erholt. Der Fahrplan war so richtig schön durcheinander, und am Bahnhof fuhr mir dadurch mein Zug vor der Nase weg. Wo war das Problem, nach einem um 06:30 beendeten Streik bis 17:00 wieder den Fahrplan einzuhalten? Ich war heute schließlich auch flexibel gewesen.
Macht ‘mal …
20. Januar 2010
Eine Schlagzeile in der Lokalausgabe einer Boulevard-Zeitung in der Großstadt:
Wir machen [Name der Großstadt] zur Schönstadt!
Es ist Winter
12. Januar 2010
Es ist Winter. Es hat geschneit. Mag in der Gegend, in der die Großstadt liegt, nicht in jedem Jahr der Fall sein. Aber es ist um diese Jahreszeit nicht etwas wirklich ungewöhnliches.
Unser Hausmeister reagiert angemessen auf die Wetterlage und den Schneefall: Er räumt und streut die wichtigen Wege: den Bürgersteig der Straße entlang des Schulgeländes, die Zugänge zu den Eingangstüren und auf den Schulhof sowie die Verbindungswege zwischen den einzelnen Gebäuden. Parkplätze, der Pausenhof und die zwei kleinen „Nebenhöfe“ sind weiterhin schneebedeckt.
Letzten Freitag hat unser Hausmeister Streusalz-Nachschub bei der Stadtverwaltung bestellt (unsere Schule ist eine städtische); ungefähr die Menge, die er in der Woche verbraucht hatte. Die Antwort war zurückweisend: Das sei ja der komplette Jahresbedarf für eine Schule!
So ist sie, die Großstadt. Da wird einerseits aus Kostengründen die Lagerhaltung reduziert, andererseits wird auf den öffentlichen Wegen und Plätzen und den Straßenbahnhaltestellen das Salz so ausgebracht, daß große Placken grobkörnigen rosa Salzes wie mit der Schaufel dahingeschmissen herumliegen. Feuchtsalz und sparsame, flächige Ausbringung habe ich nicht beobachten können oder davon gelesen. Dafür ist schon seit Tagen zu lesen, daß der Salzvorrat sehr knapp und fast aufgebraucht sei. Weil es eine Woche lang kalt war.
In der Großstadt hat auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk des Bundeslandes seinen Sitz. Im Fernsehprogramm wurde sensationslüstern berichtet, daß es an diesem Wochenende 1.500 Verkehrsunfälle gegeben habe. Wow.
Im Radioprogramm derselben Anstalt kam der Hinweis, daß dies die übliche Wochenendquote sei.
Rindviecher!
7. Januar 2010
In der Großstadt hängen Plakate des lokalen Energieversorgers, der damit Werbung macht, in der Region verankert zu sein. Er illustriert dies mit einer stilisierten Landschaftsansicht der Großstadt und ihres Umlandes. Passend zur „Saison“ ist das ganze Szenario winterlich/weihnachtlich angehaucht: Die Landschaft ist schneebedeckt, in dem einen Dorf steht ein geschmückter Weihnachtsbaum, in dem anderen ein Schneemann, und neben der großen Kirche in der Großstadt stehen ein Esel und eine Kuh.
Eine Kuh? Warum ein Esel und eine Kuh? Soll evtl. auf die Geschichte der Geburt Christi angespielt werden? Dort sollen, so wird seit dem Mittelalter überliefert, ein Ochse und ein Esel anwesend gewesen sein. Die Evangelien des Neuen Testaments erwähnen diese Tiere zwar nicht, jedoch hat man dies wohl aus den Prophezeiungen Jesajas (1,3) entnommen:
Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk vernimmt’s nicht.
Falls im Rahmen der weihnachtlichen Gestaltung darauf Bezug genommen wird, so ist dies ‘mal wieder typisch für die Großstädter: Können einen Ochsen nicht von einer Kuh unterscheiden.
Ja, der Herr Biolehrer ist ein elender Klugscheißer und Besserwisser.
Ampelärger
3. Dezember 2009
Es gibt da in der Nähe der Schule zwei Ampelanlagen in der Großstadt, über die ich mich jeden Tag erneut sehr ärgere.
Die eine Ampel sichert blockiert eine relativ kleine T-Kreuzung in direkter Nähe der Schule (30-Zone). Einer kurzen Grünphase für die Fußgänger folgt eine sich endlos hinziehende Rotphase: Alle drei Fahrtrichtungen bekommen nacheinander Grün, bevor dann endlich die Fußgänger wieder dran sind. Nacheinander, damit sich der Abbiegeverkehr nicht in die Quere kommt! In anderen Städten wissen die Autofahrer, daß man beim Abbiegen den geradeaus fahrenden Fahrzeugen sowie den Fußgängern Vorrang einräumen muß; in der Großstadt scheint das wohl zu anspruchsvoll zu sein. Darüberhinaus sind die Phasen nach meinem Empfinden deutlich zu lang eingestellt (auch als Autofahrer habe ich mich über diese Ampel schon geärgert). Als ob das alles nicht schon reicht, ist diese Ampel nicht verkehrsabhängig: weder befinden sich Kontaktschleifen in der Fahrbahn, noch gibt es Knöpfe, mit denen Fußgänger Grün anfordern könnten. Resultat dieser Schaltung ist jedenfalls, daß man als Fußgänger an dieser Kreuzung unerträglich lange warten muß. Das tun natürlich nicht alle Schüler, und eigentlich müsste ich sie alle zurechtpfeifen. Weil sie nämlich auf dem Schulweg über die Schule versichert sind, unterliegen sie auch auf dem Schulweg der Aufsicht durch die Lehrer und sind weisungsgebunden. Dummerweise kenne ich bei weitem noch nicht alle Schüler unserer Schule, sondern nur die von mir unterrichteten. Außerdem liegt in der Nähe noch eine andere Schule. Ich weiß also oft nicht, ob ich da nun zuständig bin; und jeden beliebigen jungen Menschen anzumachen, wenn er ‘mal zu früh losgeht, ist mir auch zu doof.
Die andere Ampel befindet sich an einer Kreuzung mit der durch den Stadtteil führenden Hauptverkehrsstraße. Dreispurig in jede Fahrtrichtung, und neben der Straße verläuft die Straßenbahn; die Haltestelle befindet sich hinter der Kreuzung (von der Schule aus gesehen). Wenn die Straßenbahn naht, möchte man als Fußgänger natürlich diese schnell noch erreichen; blöderweise liegt die Haltestelle aber eben hinter der Kreuzung. Beherztes Loslaufen ist gefährlich, denn sobald die Straßenbahn sich nähert, schaltet die Fußgängerampel auf Rot, und der sechsspurige Verkehr bekommt Grün. Was ich anfangs Murphys Gesetz zuschrieb, erwies sich als beabsichtigt: Man möchte verhindern, daß der Querverkehr die Straßenbahn aufhält und schaltet daher diesen auf Rot, sobald die Straßenbahn kommt. Der zur Bahn parallel laufende Verkehr der Hauptstraße bekommt dann Grün.
Auch dies führt (neben regelmäßigen inneren Wutanfällen und Frust, weil man nun möglicherweise auch am Bahnhof den Zug verpaßt) immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil einige Leute trotzdem verzweifelt die Straßenbahn zu erreichen versuchen, und dabei auch bei Rot über die stark befahrene Straße laufen.
Dieses Problem ließe sich leicht lösen, wenn man beim Nahen der Straßenbahn den kompletten Autoverkehr anhalten und die Fußgängerüberwege in allen Richtungen auf Grün schalten würde. Solche Schaltungen habe ich übrigens in den Niederlanden schon häufiger erlebt, und sie sind sehr angenehm. Aber wo käme die Großstadt denn hin, wenn sie alle Autos anhalten würde?
Schlechtes Zeugnis
22. Oktober 2009
Seit zwei Wochen ziert dieses gedruckte Schild die Rolltreppe an der Straßenbahnhaltestelle:
ACHTUNG
Fahrtreppe zurzeit außer Betrieb!
Wir sind bemüht, die Störung schnellstmöglich zu beheben.
Wir danken für Ihr Verständnis!
Kann man sich selbst ein schlechteres Arbeitszeugnis ausstellen?
Sprachverhunzung (III)
21. Oktober 2009
Allseitig die zwei größten Wörter auf dem Lieferwagen:
Grosshandel/Vertriebsgeselschaft
Wenn man einen Transporter schon professionell beschriften lässt (gutes Design, passende Schriftart, handwerklich saubere Beklebung), warum kann dann nicht noch kurz jemand mit Rechtschreibkenntnissen einmal einen Blick auf den Entwurf wagen?
Sprachverhunzung (II)
5. Oktober 2009
Eigentlich kenne ich diesen Spruchbaustein schon länger. Und in der Kategorie „Die Großstadt“ ist der Beitrag auch nicht so ganz passend aufgehoben. Die DB kann es nämlich auch gut:
Aufgrund von Störungen im Betriebsablauf hat Zug X von A nach B über C, D, E soundsoviel Minuten Verspätung.
Für mich ist die Verspätung eine „Störung des Betriebsablaufs“ und das eine nicht die Erklärung für das andere.
Sprachverhunzung
30. September 2009
Anzeige des Displays an der Straßenbahnhaltestelle:
Ein technischer Defekt verhindert die Pünktlichkeit der Bahnfahrten um 10 Minuten.
Leider kenne ich noch keinen Deutschlehrer so gut, daß ich mich mit ihm gemeinsam darüber ereifern könnte.
Autofrei
25. September 2009
In der Großstadt findet demnächst auf einer großen Hauptverkehrsstraße ein autofreier Tag statt. In den Straßenbahnen werben die Verkehrsbetriebe dafür — mit dem Foto eines Autos …
Rotz am Ärmel
18. September 2009
So schwer es mir fällt: Ich muß die Großstadt auch ‘mal loben.
Vor Beginn des Schuljahres füllten Spekulationen über eine Verlängerung der Sommerferien das lokaljournalistische Sommerloch. Ein mißlungener Pandemieplan der WHO, geschäftliche Interessen der Pharmaindustrie sowie die Sensationsgier von Presse, Rundfunk und Fernsehen sorgten für den Ausbruch der Mediengrippe. Die Schulbehörden der Großstadt wurden jedoch nicht infiziert, und so nahm das Schuljahr einen angemessen unaufgeregten Anfang. Ein Fernsehteam wollte (und durfte nicht) einen Biolehrer mit Infektionshinweisen im Unterricht filmen. Ich selbst sprach in meinem Unterricht mit den Schülern kurz über das Thema, und die Schüler zeigten sich erstaunlich gut informiert. Der medialen Panikmache begegneten sie sachlich und aufgeklärt; da gab es für mich nicht viel zu tun. Die Schulbehörde sorgte für DIN-A4-große Infoblätter, die auf einer Seite die wichtigsten Hinweise und Verhaltensratschläge in sachlichem Stil vermitteln. Einige Klassenlehrer haben das in ihren Klassenräumen aufgehägt. Ein Schüler ist erkrankt, und im Lehrerzimmer weist ein Aushang darauf hin. Es wird das richtige und wichtige getan; und mehr zum Glück auch nicht.
Nun bekomme ich aus einer anderen (Groß?-)Stadt Post. Ich bin noch im E-Mail-Verteiler der Universität eingetragen, und über diesen verschickte die Universitätsverwaltung das Informationsschreiben des Betriebsärztes (= Angestellter einer überregionalen Gesundheitsfirma). Was für ein mieses Pamphlet! Hier einige Auszüge aus dem dreiseitigen Schreiben:
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 11.06.2009 die Schweinegrippe („Neue Grippe“, „Neue Influenza A/H1N1“) zur Pandemie erklärt. Diese Stufe wurde ausgerufen, da es zu zunehmenden und anhaltenden Übertragungen in der Allgemeinbevölkerung gekommen ist.
Diese Stufe ist unabhängig von der Häufigkeit und der Schwere der Erkrankung.
Auch wenn ich mich über „Allgemeinbevölkerung“ etwas wundere: Das ist soweit in Ordnung; vor allem der letzte Satz ist wichtig und hätte das alles relativieren können.
Was ist das Besondere an einem „Pandemie-Virus” im Vergleich zu den anderen „saisonalen“ Grippeviren?
Influenzaviren sind generell sehr variabel. Die Veränderungen der Viren sind dabei relativ gering. Kommt es jedoch zu drastischen Veränderungen, z.B. durch einen Mix von menschlichen und tierischen Influenzaviren oder der Anpassung eines tierischen Influenzavirus an den „Wirt“ Mensch, entsteht ein „Pandemie“-Virus. Gegen dieses Virus besteht meist keine Immunität in der Bevölkerung.
Das ist zweifacher Unfug. Eine Pandemie ist eine länder- und kontinentübergreifende Ausbreitung einer (Infektions-)Krankheit; im Gegensatz zur Epidemie ist eine Pandemie nicht örtlich beschränkt. Mit drastischen Veränderungen und Erbgutmischungen hat das gar nichts zu tun. Das war hier außerdem der Fall und ist keine Seltenheit; gegen neue Erreger besteht übrigens immer keine Immunität, und das ist sogar (auch und gerade) bei der „normalen“ saisonalen Grippe der Fall.
Wenn dann noch die Krankheitsverläufe nicht wie bisher eher mild, sondern schwer verlaufen und die Ansteckungsfähigkeit des Virus hoch ist, entstehen Pandemien mit sehr vielen Schwerkranken und vielen Todesfällen.
Ja, klar. Ist hier zwar alles mild, aber wenn …, dann … … Wir werden alle sterben!!!
Widerliche ärztliche Panikmache. Die normale saisonale Grippe fordert jährlich in Deutschland tausende Tote. (Im Winter 2002/2003 gab es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland 5 Millionen Infizierte und 16.000 bis 20.000 Todesfälle, die auf eine Influenza zurückzuführen waren.) Auf die „Schweinegrippe“ ist bis zum heutigen Tag in Deutschland kein einziger Todesfall zurückzuführen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Sog. Neuraminidasehemmer (z.B. Tamiflu) können die Krankheit abschwächen, sofern sie innerhalb von 48 Stunden nach Beginn der Symptomatik eingenommen werden. Die Medikamente sind rezeptpflichtig und dürfen nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Aber sicher. Innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen hat man bereits einen Arzt aufgesucht und die Krankheit sicher diagnostiziert …
Schützt die jährliche Grippeschutzimpfung?
Die normale Grippeschutzimpfung schützt weder vor der Neuen Grippe (Schweinegrippe) noch vor der Vogelgrippe. Die Impfung ist trotzdem zu empfehlen, um:
• eine normale (saisonale) Influenza-Erkrankung als Ursache von Fieber und Anlass zu unnötiger Sorge und Diagnostik- und seuchenhygienischer Maßnahmen zu vermeiden
• eine gleichzeitige Infektion mit menschlichen und tierischen Influenza-Viren und dadurch die Entwicklung weiterer pandemischer Viren zu verhindern.
Schützt zwar nicht, aber dennoch zu empfehlen? Der erste Punkt der Begründung ist ein sprachliches und gedankliches Meisterwerk. Dieser Betriebsarzt hat übrigens vor einigen Jahren anläßlich der Vogelgrippe generell allen Universitäts-Bediensteten die Schutzimpfung empfohlen. Solche Impfungen für Leute, bei denen das völlig überflüssig ist, haben dann dafür gesorgt, daß der Impfstoff für diejenigen knapp wurde, die ihn tatsächlich benötigten (alte und immunsuppressive Personen).
Verhalten bei einer Grippe-Pandemie
-> Abstand halten (am besten 2 Meter = 3 bis 4 Schritte) und körperliche Kontakte vermeiden
-> Kein Husten oder Niesen in die Umgebung, sondern in ein Taschentuch oder den Ärmel
Dieser Arzt scheint einen ungewöhnlichen Arbeitsplatz auf dem Land zu haben und scheint weder das Stadtleben noch den Universitätsbetrieb zu kennen. 2 Meter Abstand halten, kein Problem! Und die Empfehlung, in den Ärmel zu niesen habe ich ich bisher für eine schlechte Idee des Boulevardfernsehens gehalten; daß allen Ernstes ein Mediziner empfiehlt, daß man dann den restlichen Tag mit einer Virenschleuder im Ellenbogen herumläuft, ist echt die Krönung. Immer schön Abstand halten …
War ein langer Eintrag, aber über so etwas rege ich mich wirklich auf.
Dunkle Ecken im Untergrund
3. September 2009
Mit dem Zug in die Großstadt kommend, steige ich am Bahnhof in die Straßenbahn um und muß dabei ein unterirdisches Gangsystem mit Ladenzeilen, Geschäftsstellen und schlechtem U-Bahn-Flair passieren. Vor einer der Geschäftsstellen lungern regelmäßig drei bis sieben Gestalten herum, oft mit Hund. Der Hund trägt Maulkorb und macht einen gefährlichen Eindruck, sieht aber gepflegter aus als seine oft unrasierten, fetthaarigen, kettenrauchenden und irgendwie ungesund aussehenden menschlichen Begleiter. Sie sind die einzigen Leute, die mir dort im Untergrund Unbehagen bereiten könnten. Vermutlich lassen sie sich aber nicht von dort vertreiben. Sie machen sich mit schlecht sitzender uniformähnlicher Bekleidung wichtig und sind das Personal des Wachdienstes.